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Insel Amrum - St. Clemens Kirche

St. Clemens Kirche


Schlicht und am Anfang ohne Turm bauten die Amrumer vor etwa 800 Jahren ihre Kirche. Früher besuchten sie die Seefahrer zum "Danken„. Die Kirche statteten die Amrumer mit mittelalterlicher Kirchenkunst aus. Das Resultat war ein kelchförmiges Taufbecken aus Granit, geschnitzte Apostelfiguren, ein ausgemalter Schrank für Sakramente und ein uraltes Messbuch. 1634 stifteten die Insulaner aus Dankbarkeit für das Überstehen einer Sturmflut ein Altarbild. 1908 bekam die Kirche ihren Turm.

Betritt der Besucher die Kirche fällt sein erster Blick auf einen Kronleuchter aus dem 18. Jh.. Er stammt aus der Halle eines holsteinischen Gutshauses, dessen Besitzer nach Südafrika auswanderte. Größe, Form und in der Gestaltung der Leucht- und Zierarme harmonieren gut mit den beiden älteren Leuchtern. 1960 wurde er mit zwei Wandleuchtern durch Spenden erworben.

1671 stiftete der Grönlandkommandeur Boy Karstens, einem Enkel des Pastors Tycho Frudson (1574 - 1630 auf Amrum), den zweite Kronleuchter in der Mitte des Kirchenschiffes. Dies tat er aus Dankbarkeit für eine erfolgreiche Grönlandreise. Der Kronleuchter hat eine Inschrift, die der Besucher von der Nordempore aus gut lesen kann. Eine kleine Hand verweist auf die Zeilen:

>>Disse Krone ys Gades Ehr und disser Kerken thom Zyrat voreret van Boy Karstens thot Danck disses segensryken Jares synes Olders 37 jar und 23 Jar tho See gevahren; ytziger Tydt Commandör up Grönland syn 6 Reis dorch Gottes Gnade gevaren; Gade allein de Ehre van alles Ao 1671.<<

Der dritte Leuchter im Chorraum soll den gleichen Ursprung haben, wie Boy Karstens Leuchter. Er wurde 1685 von Jacob Flor gestiftet. Einer der 7 Söhne des Pastors Martin Flor (1629 - 1686 Pastor auf Amrum). Er starb im Alter von 38. Bei Renovierungsarbeiten fanden die Arbeiter 1936 seinen Grabstein unter dem Fußboden des Nordereinganges. Seitdem steht er an der Südseite des Turmes. 1960 wurde die Kirche ein weiteres Mal grundrenoviert.

Die Inschrift dieses Leuchters lautet:

>> Disse Krone heft de ehrsame Jacob Floer tho Gades Ehre und disser Kerken thom Zyradt vorehret. Sines Olders 38 Jahr; by der See gefahren 23 Jahr Schipper und Commandör gewest 9 Jahr Gott allein die Ehre Ao 1671.<<

Für die Erhaltung der Häuser und der Kirche wurde nur das notwendigste getan. Dennoch richtete die Gemeinde einen kleinen Fond für die Instandsetzung ihrer kleinen Kirche ein.Der Altar > zum Vergrößern KLICKEN

Altar 1886 musste der alte Altar und der ursprünglich tiefliegende Chorbogen einer Orgel weichen. Der neue Altar bekam eine provisorische Holzverkleidung. Erst 1936 wurde er mit Rotsteinen im Klosterformat gebaut. Als Deckstein dient eine alte, abgetretene Grabplatte. Über dem Mittelschrein des dreiflügeligen Altarbildes findet der Besucher folgende Inschrift:

"Hr Martini (s) Floris, Reickard Peters dessen Vorferdiger ist anno 1634."

Der Mittelschrein zeigt das Abendmahl. Die Innenseiten der Flügel stellen in zwei übereinander liegenden Feldern die vier Evangelisten dar: Matthäus (Engel mit Menschenanlitz) u. Markus (Löwe), Lukas (Stier) u. Johannes (Adler). Auf den Rückseiten der Flügel steht das "Vater Unser" und die Einsetzungsworte zum AbendmahlTaufbecken zur Vergrößerung KLICKEN in der Sprache des 17. Jh.. Im Giebeldreieck über dem Altar werden Gottvater und Taube als Symbol des Heiligen Geistes dargestellt.

Taufstein Sein oberer Teil stammt aus den Ursprüngen der Kirche. Vor der Renovierung anno 1936 stand er zementiert, dick mit Farbe überstrichen und marmoriert hinter einer Mauer in der Südwestecke des Altarraums. Seine ursprüngliche Form wurde in mühevoller Arbeit freigelegt. Kuppa und Wandung bestehen aus rötlichem Granit, Wulstring und Fuß sind aus gelblichem Sandstein gearbeitet. Nach der Restaurierung platzierten die Insulaner ihn in der Nordostecke des Kirchenschiffs. Wo ursprünglich der Pastorenstuhl für die Pastoren-Familie gestanden hatte, entstand somit eine Taufecke mit Sitzgelegenheiten. Heute werden hier die meisten Kinder der Insel getauft.

Kanzel Gegenüber dem Taufstein befindet sich die Kanzel aus Tannenholz. Eine Inschrift auf dem Fries:

Blick ins Innere der Kirche > KLICKENH:T:F: _I:K:_ I:S: mit der Jahreszahl 1623

lässt darauf schließen, dass die Kanzel eine Stiftung zum 50jährigen Jubiläum Pastor Tycho Frudsons war. Auf der Brüstung des Aufgangs befindet sich der letzte, geschmiedete Hufhalter. Er trägt die Buchstaben R:P:. Ebenso schlicht wie die Kanzel ist der Schalldeckel gearbeitet. Er wurde von der Gemeinde gestiftet. Auf den fünf Seiten im Fries sind folgende Namen verzeichnet:

1. Kerrin Nickels, Marret Erken den 6. December V.5.

2. Jesaia XLV 8 Ver/bum Dei manet in Aeterum (!) das

3. Wort Gottes bleibet in alle Ewichkeit H.Martine Flori Pastori Heft disse

4. Krone de ersame Knudt Nickelsen up Ambrum in Nebul

5. to Gades Ehre aver disse Predigstol vorehret An 1662

SakramentenschrankSakramentenschrank Der Sakramentsschrank aus dem 15. Jh. stand bis 1936 im Pastorat. Nach der Renovierung erhielt er seinen alten Platz im Altarraum wieder. Hinter der oberen Tür ist ein Gitterwerk, aus vierkantigen Eisenstäben. Dahinter wurde der Monstrance aufbewahrt. Die Innenseite der Tür zeigt ein Bild aus der Gotik, ein Temperagemälde des sitzenden Schmerzensmannes. Im untere Teil wurde das Messbuch, einige Leuchter und die Abendmahlgeräte aufbewahrt.

Die Apostel Zweimal werden in der Kirche die Apostel dargestellt. Die Apostelfiguren aus Holz stammen aus dem frühen 14. Jh., aus der Übergangszeit von Romantik zur Gotik. Die hölzerne Apostelgruppe Die ursprünglich in farbenfrohen Gewändern angefertigten Apostel tragen alle ein Messbuch und einige auch ihr Erkennungszeichen. Klar erkennbar sind nur Christus in der Mitte mit Bibel, Petrus mit Schlüssel, Johannes Kelch und Bartholomäus mit Messer. Spekulationen über die Herkunft der Figuren, führen nach Lübeck, ins Flämische und zur Normandie. Sicher ist, der Künstler stammte aus dem Raum Tonderns. Gegen das Gemunkel der Bewohner ist auch sicher, dass sie nicht mit der Sturmflut 1634 angeschwemmt wurden. Vermutlich lagerte man sie zum Schutz nach der Sturmflut vorläufig in der flutsicheren Kirche, da blieben sie bis heute. Ursprünglich standen die Figuren auf Einzelkonsolen. Nach der Renovierung 1936 befestigte der Tischler Julius Bohn sie auf einem Eichenbalken. Die Figuren hatte man zwischen den Kriegen mit einer Wurzelbürste vollständig von Farbe befreit. Pastor Erich Pörksen fand, dass die Figuren farblos hölzern wirkten. Also beschloss er, sie etwas "bunt" zu machen. Mit dem Tuschekasten seiner Kinder wurde nach Bildern von Rembrandt Farbe auf die Figuren aufgetragen. Als sie dann "zu bunt" wirkten, diente ein nasser Schwamm dazu, den Figuren ein "antikes" Erscheinungsbild zu verleihen. 1960 wurde der Eichenbalken erneuert. 1995 schenkte ein Gast der Kirchengemeinde wieder einen neuen Eichenbalken.

Verlässt der Besucher die Kirche, kann er die anderen Apostel in Form von Bildern an der West- und Nordempore (in der Inselgeschichte als "Männerboden" bezeichnet) sehen. Sie sind im 18. Jh. von einem Unbekannten gemalt worden. Petrus mit Schlüssel, Jakobus der Ältere mit WanderstabNordempore und Hut, Johannes mit Kelch, Andreas mit griechischem Kreuz, Philippus mit Kreuzstab, Thomas mit Lanze, Christus mit Weltkugel, Matthäus mit Hellebarde, Bartholomäus mit Messer, Thaddäus mit Schwert, Simon mit Beil, Jakobus der Jüngere mit Keule, Paulus mit Buch.

1998 wurde an der Westempore noch eine auf Holz dargestellte Marmorierung freigelegt und vollständig rekonstruiert. Vor der Treppe, die im Kirchenraum zur Nordepore führt, ist eine Wandinschrift freigelegt worden, die mit 1236 das mögliche Baujahr der Kirche angibt.


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