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Mit dem Bau der zwei Kurmittelhäuser auf Amrum im Jahre 1957 entwickelte sich Amrum zu dem, was es heute ist. Eine bei Nordseefans beliebte Urlaubs- und Badeinsel, deren Struktur vor allem durch den Tourismus geprägt wird. Zwar begann der Badebetrieb schon 1889. Aber erst mit dem Bau der Kurhäuser erreichte die Insel Heilbadstatus. Damalige Vorbedingung für den Tourismus, der heute die Lebensgrundlage der Insulaner ist. Das war aber nicht immer so. Vor den Inselliebhabern im "Friesennerz" oder im Strandkorb besiedelten ganz andere Gesellen die Insel und standen ganz andere Problematiken im Mittelpunkt der Amrumer. So schauten um
800 vor Christus die Wikinger auf Amrum vorbei, die mit Wandern in den
Dünen oder Sonnenbaden am herrlichen Strand der Insel bestimmt wenig
im Sinn hatten. Auf diese Zeit datieren Sprachwissenschaftler die Einwanderung
der Friesen, die für eine erneute Siedlungsdichte sorgten. Im historischen Sinne ernst wird es für die Insel 1231. Im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II wird sie als "Ambrum" erstmals urkundlich erwähnt. Anlass waren natürlich die Steuern. Schon immer gehörte die Nordseeinsel zum Einflussbereich Dänemarks. 1326 belehnte das Königreich Dänemark die Grafen von Holstein mit dem Herzogtum Schleswig. 134 Jahre später bestätigte der Vertrag von "Ripen dat se bliven ewich tosamende ungedelt" Christian I als Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein. Bis 1867 stand Amrum unter dänischem Recht. Nicht von ungefähr kam das Interesse der Seemacht Dänemark für Amrum, das mit Westerlandföhr die Westerharde bildete. Die Randlage der Westseeinslen bot natürliche Schutzhäfen. Dennoch sind historische Berichte über Amrum spärlich vorhanden. Wir wissen zum Beispiel, dass 1362 eine schwere Sturmflut, genannt die "große Männerdränke", viele Menschenleben und Landflächen forderte, die Amrumer um 1400 die Heringsfischerei und der Rochenfang als neue Einnahmequelle entdeckten, 1524 die Reformation Einzug erhielt oder um 1550 mit Nebel nach Norddorf und Süddorf eine neues Dorf auf Amrum entstand. Im Jahre 1629 schlug die Pest zu und raffte zwei Drittel der Bevölkerung dahin. Aber nur 21 Jahre später kamen für die Insulaner bessere Zeiten. Es begann das "Goldenen Zeitalter der Grönlandfahrt". Unter dänischer, holländischer oder deutscher Flagge gingen die Amrumer auf Walfang und sorgten damit für einen gewissen Wohlstand auf der kleinen Insel. Viele von ihnen schafften es, zum Kapitän oder Kommadeur eines Walfangschiffes aufzusteigen. Das "Goldenen Zeitalter" endete 1750 und die Seeleute versuchten sich mit der Handelseefahrt über Wasser zu halten. Was nicht gelang, denn der Handel kam mit dem englisch-dänischen Krieg von 1807 bis 1814 zum Erliegen. Genau 50 Jahre später nahm die österreichische Marine Kurs auf Amrum und sorgte mit der Besetzung der Insel dafür, dass sie deutsch wurde. Die dänischen Zeiten waren vorbei. Nur zwei Jahre später verlor Österreich den Krieg gegen Preußen und Panik vor dem "preußischen Regiment" machte sich breit. Die Bewohner fürchteten sich vor dem Militärdienst. "Verpreußung" war das Unwort der Zeit. Die wirtschaftliche Lage war auch nicht die beste und so setzte die erste Auswanderungswelle in die U.S.A. ein. "Weg hier" lautete die Devise. Es dauerte seine Zeit bis sich die Insulaner an die neue Regierung gewöhnt hatten, die eine - im Verleich zu anderen Staaten - sehr fortschrittliche Verfassung mit liberalen Züge einführte. Es dauerte eine Weile bis eine wirtschaftlicher Aufschwung spürbar wurde und im Jahr 1889 fiel mit der Gründung Wittüns der Startschuß zum Badebetrieb.
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