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Die Überfahrt der Zwerge nach Amrum

(Märchen, Sagen, Erzählungen, Legende - aus "Sage und Geschichte" von August Clausen, Datum unbekannt)

Einst wurde der Fährmann auf Föhr, der mit seinem alten Boote die Überfahrt nach Amrum besorgte und in Utersum ein halbverfallenes Haus besaß, in einer stürmischen Nacht durch ein starkes Klopfen aus dem Schlafe geweckt. Als er in die Dunkelheit hinaustrat, konnte er nichts sehen, aber eine dünne Stimme fragte ihn, ob er einige Fahrgäste nach Amrum übersetzen wolle. "Bei diesem Wetter nicht!" erwiderte der Fährmann, aber die Stimme rief wieder: "Fahrt nur zu, es soll euer Schade nicht sein, und mit uns sinkt das Boot nicht." Nach langem Überlegen entschloss sich der Schiffer endlich, die Fahrt zu wagen, und ging nach dem Ankerplatz, wo er sein Boot angebunden hatte. Schon ehe er dort ankam, hörte er ein gedämpftes Stimmengewirr und inzwischen lautes Poltern im Boote. Als er heran gekommen war, fand er es voll von kleinen Onnerbänkes, dass er kaum noch selbst Platz finden konnte. Glücklich brachte er die erste Ladung nach Amrum, kehrte zurück und setzte noch viele Male von den kleinen Gästen über. Sobald sie die Insel Amrum erreicht hatten, verließen immer alle ohne ein Wörtchen des Dankes schleunigst das Boot; auch die letzten, die er übersetzte, verschwanden so. Missmutig über den Undank kehrte der Schiffer heim. Doch als er zur Tür hineingehen wollte, stieß er mit dem Fuß gegen einen harten Gegenstand. Er bückte sich und fand, dass es sein Hut war, mit lauter Goldstücken gefüllt. Die hatten die Zwerge als Lohn für die Überfahrt dort hineingelegt. Der Schiffer war nun reich genug für sein Lebtag und konnte ein sorgenfreies Leben führen.

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Ähnlich wird von den Unterirdischen erzählt, die in den Hüttener Bergen wohnten und sich vom Klingt aus bei Fockbek und auch von der Hohner Fähre über die Eider setzen ließen, weil sie nach Dithmarschen auswandern wollten.


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