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Die niedrigen Türen der Friesenhäuser

Wenn man in Nordfriesland Friesentür > zum Vergrößern Klickenein altes niedrig gebautes Haus sieht, dessen Tür im Norden angebracht ist, hört man noch heutigen Tages bisweilen den Ausspruch: Das Haus stammt aus König Gottfrieds Zeiten. Die Sage berichtet nämlich, König Gottfried habe, nachdem er die Friesen um 795 besiegt, seinen Bruder Siegfried über diese gesetzt. Dieser habe aber den steifnackigen Friesen, um sie in Gehorsam und in der Unterwürfigkeit zu üben, befohlen, die Türen ihrer Häuser im Norden anzulegen und so niedrig zu machen, dass sie genötigt wären, sich jedes mal nach Norden zu bücken, wenn sie hinausgingen und sich so vor ihm zu verneigen. Da die Friesen aber einen sehr steifen Nacken hatten, brachten sie an der entgegengesetzten Seite ihrer Häuser hohe Türen an, die sie Ebbertüren nannten, und diese wurden geöffnet, wenn Freudenfeste gefeiert wurden, und auch hoch und breit genug, dass der edle Friese, die friesische Frau im breiten Schist und Korl an der Seite, ohne sich zu bücken, aus.- und eingehen konnte. Durch die Hintertüren aber ging man rückwärts hinaus.

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König Göttrik (Gottfried), der um 800 ein großes Reich an der Ost und Westsee gründen wollte, blieb den Friesen lange in Erinnerung. Er hatte vor dem Zuge gegen Karl den Großen die Nordfriesen überfallen, ihnen nicht nur den goldenen und silbernen Halsschmuck abgenommen, sondern ihnen außerdem verboten, fernerhin Schmuck zu tragen. Es ist derselbe König, der den Handelsplatz Reric in Mecklenburg zerstörte, die Kaufleute von dort nach Haithabu umsiedelte, um aus dieser neu gegründeten Handelsstadt das Doppelte an Einkünften herauszuziehen, die er aus Reric in Form von Zöllen und Abgaben erhalten hatte. Seine Kämpfe zur Sicherung seiner Herrschaft und die Feldzüge gegen Karl den Großen verschlangen sehr viel Geld. Da er auf Kriegsfahrten oft unterwegs sein musste, setzte er seinen Bruder Siegfried (Sigmund) als Statthalter in Friesland ein. Die Friesen müssen sehr wohlhabend gewesen sein, wenn sie ihre Trachten mit Silber- und Goldschmuck versehen konnten. Wahrscheinlich haben sie sich ihren Wohlstand erworben durch Handel mit Vieh und Schafen, die auf dem westlichen Ochsenweg südwärts getrieben wurden, und durch ihren Seehandel mit Ostfriesland.


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