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Der
friesische Tannenbaum
Der
Weihnachtsbaum
kam erst
sehr spät auf die friesischen Inseln. Im Winter war man oft vom
Festland abgeschnitten. Manche Gegenden waren sehr waldarm und es gab
keine Tannen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Ersatzformen
des Weihnachtsbaumes, zum Teil noch bis heute gehalten haben. Die Insulaner schufen Weihnachtsgestelle, die dünne Holzlatten zu flachen, kreisförmigen, trapezartigen oder auch baumähnlichen Gebilden zusammenfügten. Sie besteckten sie mit Buchsbaum oder Taxus. Kerzen wurden darauf befestigt und mit Schmuck wie Gebäck, Äpfeln, Backpflaumen und Nussketten behängt. Ersatzweise konnten auch Garnhaspeln mit Immergrün umwunden und mit Kerzen besteckt werden. Die Gestelle mussten schmal sein, weil sie in die Fensterbänke der Friesenhäuser gestellt wurden. Bis heute sind eine große Zahl solcher Weihnachtsgestelle erhalten geblieben und zuweilen mit Kerzen besteckt in Gebrauch. Die bekannteste Gestellform ist die Weihnachtspyramide, die im 18. und 19. Jahrhundert in ganz Norddeutschland von der Mark Brandenburg bis nach Westfalen verbreitet war. Nicht zu verwechseln mit der drehbaren erzgebirgischen Lichterpyramide. Ihr liegt ein hölzernes Gestell von vier Stäben zu Grunde, die zu einer hohen, schlanken Pyramide zusammengefügt wurden. Die Stäbe hat man mit Buchsbaum, später mit Fichten oder Tannenzweigen dicht umbunden, so dass von dem Holzgerüst nichts mehr zu sehen war und die Zweige wie ein dickes Polster die Stangen umgaben. |