Insel Amrum - Fuchsproblem

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zum Vergrößern KLICKENDurch das Auftreten von Füchsen stehen die Vogelschutzgebiete vor einem Problem. Die Füchse gefährden den gesamten Brutvogelbestand, da er für sie leichte Beute bedeutet. Es ist zu befürchten, dass bestimmte Vogelarten ganz von der Insel verschwinden. Wie die Füchse nach Amrum kamen, vermuten die Bewohner nur. Mutwilligkeit schloss man lange Zeit aus. Indizien sprechen allerdings inzwischen dafür. Die Vogelschützer stehen dem hilflos gegenüber. Im Sommer 1996 sorgte eine einzige Fuchsfamilie dafür, dass fast die gesamte Brut in den Seevogelkolonien vernichtet wurde. Genauso schrecklich verlief das Brutjahr 1997. Die Vogelwärter registrierten bereits im April etwa 80 tote oder sterbende Vögel an der Odde. Betroffen waren vor allem Silbermöwen, Heringsmöwen und Eiderenten. Dem Naturschutzgebiet Amrumer Dünen widerfuhr das gleiche Schicksal. Hier vernichteten die Füchse fast die gesamte Graugansbrut im Gebiet Vogelkoje Meerum. Tragisch war, dass nur sehr wenige Grauganspaare die Vogelkoje mit Jungen erreichten. Dort fielen ihre Jungen dann einer Silbermöwe zum Opfer. Mitte Mai 1997 brachte man einen Fuchsrüden zur Strecke. Obwohl zahlreicher Versuche, war dies der Amrumer Jägerschaft bislang nicht gelungen. Die Amrumer vermuten, dass es sich um ein Fuchspaar handelt, welches bereits 1995 mutwillig auf Amrum ausgesetzt wurde. Zu dieser Zeit sagten mehrere Gäste aus, dass sie ungewöhnlicher Weise Fuchsspuren gesichtet hatten. Da es die Jahren zuvor keine extremen Eiswinter gab, konnten Eisflächen als Verbindung nach Amrum ausgeschlossen werden. Die Insulaner befürchten, dass die Population der Füchse sich inzwischen so weit ausgebreitet hat, dass sie nicht mehr auszurotten sind. Ein weiteres Problem: einen Mutterbau mit Jungen hat bis heute niemand gefunden. Die Füchse selber wurden nicht gesichtet. 1997 wies man auf Grund von Spuren eine Altfähe nach. In den Randgebieten, wo die Sturmmöwen nisten, vernichteten die Füchse den größten Teil der Brut. Beim Steinzeitgrab in der Nähe der Vogelkoje töteten die Füchse in kurzer Zeit 49 Jungmöwen und rotteten damit den gesamten Nachwuchs dieser Kolonie aus. Als im darauf folgenden Herbst die Meldungen über Füchse ausblieb, begann man zu hoffen, dass sie an Räude verendet sind. Doch verfrüht. Ende 1997 entdeckte die Amrumer wieder Fuchsspuren auf der gesamten Insel. Mitte Januar des Jahres erlegte sie eine Fähe. Diese aber wies gesundes Fell auf: von Räude keine Spur. Die Fuchsmeldungen häuften sich wieder. Nachdem man in Utersum/Föhr eine Fähe fand, stellte sich die Frage, ob der Fuchs über das Watt zur nahen Odde nach Amrum gewandert war. Vielleicht gab es 1997 doch unentdeckten Nachwuchs. Die unangenehmste Variante wäre jedoch mutwilliges Aussetzen.


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