Chronik (Inselgeschichte)der Insel Amrum

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3000 - 1600 v. Chr. aus der jungen Steinzeit sind überall auf der Insel erste Siedlungsspuren zu finden z.B. Steingräber südlich von Steenodde, "Ual Hööw" und nordwestlich der Vogelkoje, "Meeram"
1600 - 500 v. Chr. Grabhügel aus der Bronzezeit prägen das Landschaftsbild de Amrumer Geest, "Eesenhuuch" bei Steenodde, "Klafhuuch" nordöstlich von Süddorf, "Kaanshuuch" am Watt zwischen Nebel und Norddorf
500 - Chr. Geburt aus der vorchristlichen Eisenzeit gibt es nur spärliche Siedlungsfunde
0 - ca. 200 n. Chr. aus der Kaiserzeit gib es zahlreiche Siedlungsfunde und Hausgrundrisse, die auf dichtere Besiedlung der Insel hinweisen. Sollte der Sand sie nicht verweht haben, kann man bei "Meeram" Rest davon besichtigen
800 - 1200 auf Besiedlung in der Wikingerzeit weisen zahlreiche Gräberfelder, z.B. bei Steenodde hin. Sprachwissenschaftler legen die Einwanderung der Friesen aus dem Bereich der südlichen Nordsee in diese Zeit
um 1200 Baubeginn der St. Clemens Kirche in Nebel
1231 erstmals wurde Amrum urkundlich im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II erwähnt.
1362 bei einer schweren Sturmflut ("große Manndränke") gingen in Nordfriesland viele Menschenleben und große Landflächen verloren.
bis 1400 die Flurbezeichnung "Däämsk braanang" südlich von Steenodde weist auf die Bedeutung der Salzsiederei als Wirtschaftsfaktor der Insel in dieser Zeit hin
1400 - 1600 die Heringsfischerei und der Rochenfang in küstennahen Gewässern kommen als Erwerbsquelle hinzu
1524 Reformation auf Amrum
um 1550 Nebel entsteht als neues Dorf auf Amrum
1590 Amrum erscheint in einer gedruckten Nachricht unter dem Namen "Emrom", daneben erscheint auch der Name "Amroma". erstmals wird auch der Kniepsand als "sandigen streych zwomeil wegß lang von sich hinaus" erwähnt
1629 Pest auf de Insel. 2/3 der Bevölkerung sterben
um 1650 Beginn der Walfangzeit. Dies bringt wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand mit sich. Unter dänischer, deutscher und holländischer Flagge befehligen viele Insulaner als Kapitäne und Kommandeure Walfangschiffe.
1652 Dankwerth bemerkt: " Die nach Ripen gehörige Insel Amröm hat eine Kirche, St. Clemens genannt, dazu 1. Süddorp, 2. Norddorp, 3. Nyboll (Nebel), gehört auch zur Landvogtei nach Föhrde. Diese Insel ist klein und gering, liegt wie ein halber Mond, ist nicht sonders fruchtbar, ihre Habit, Sprache und Sitten vergleichen sich den Föhringern. Zwischen Amröm und dem Westerteil von Föhr ist auch ein Ort zum Austerfange bequem, welcher dem König zuständig und vom Amtmann zu Ripen verlehnt wird."
1681 -1694 spärliche Nachrichten von Amrum gibt es als Randbemerkungen des Pastors David Monrad im alten Messbuch der St. Clemens Kirche von 1487 überliefert
1697 Die Westerharde wurde in eine Birk verwandelt und damit unter die Verwaltung eines Birkvogts gestellt
1721 Steenodde wird gegründet
1743 Nordorf hat 53 kleine Häuser, Süddorf 25 und Nebel 76.
um 1750 vom Walfang zur Handelsschifffahrt.
1763 Eine Handschrift besagt: "Die beste Nahrungsquelle für die Insulaner ist die Seefahrt, wer dazu nicht tauglich ist, hat ein gut Teil Land in Fest. Die Ernte ist auf den hohen schlechten Sandhügeln sehr gering und man hat häufig keinen Samen, wenn die gewöhnliche Dürre ist. Übrigens ernten die Weiber, so gut sie das Land zu bestellen verstehen, etwas Hafer, Gerste, Roggen und Erbsen
um 1768 Das "Goldene Zeitalter der Grönlandfahrt" ging zu Ende. Es hatte der Insel Wohlstand gebracht
1771 Bau der Nebeler Windmühle auf der höchsten Erhebung der Amrumer Geest
1778 fast ganz Norddorf wird durch eine Feuersbrunst in Asche gelegt.
1799 die Allmende werden aufgehoben, erste Vermessung der Insel und Aufteilung der landwirtschaftlichen Nutzflächen
1800 mit der Landverteilung wurde ein neues "Reglement" zur Ablösung der früheren, ziemlich eigenmächtigen Dorfbeleibungen nötig. Es veränderte die gesamte Inselhaltung grundlegend, traf aber bei den Amrumern auf große Kritik, obwohl erstmalig zu einer besseren Selbstversorgung beigetragen wurde und der Dünenschutz geregelt wurde
16.08.1802 Die Birkvogtei erlässt ein "Reglement für die drei Dörfer Norddorf, Nebel und Süddorf auf Amrum"
1807 - 1814 die Handelsschifffahrt kommt im englischdänischen Krieg zum erliegen
1825 im Februar und November gab es große Sturmfluten
1828 einer Handschrift ist zu entnehmen, dass die Insel im Kirchspiel St. Clemens zusammengefasst ist. Sie bildet mit Westerlandföhr, wozu das ganze Kirchspiel Laurentius und ein Teil des Kirchspiels St. Johannis gehört, eine Birk
1835 der Chronist G. Hanßen schreibt: "Die Insel Amrum ist gleich Westerlandföhr ein Teil des dänischen Amtes Ripen und bildet mit dieser Landschaft eine Birk."
1864 deutsch - dänischer Streit um die Herzogtümer, das bis dahin zu Dänemark gehörende Amrum wird von der österreichischen Marine besetzt, Dänemark verzichtet im Wiener Frieden auf Schleswig-Holstein, welches zunächst unter preußisch-österreischische Verwaltung gestellt wird
1866 preußisch - österreichische Krieg, Amrum wird Preußen zugeteilt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und Furcht vor der drohenden preußischen Militärdienstpflicht lösen die erste Auswanderungswelle nach Amerika aus
01.01.1867 durch Einschluss Lauenburgs wird Schleswig-Holstein preußische Provinz
1867 die Kommission für schleswig-holsteinische Wasserbauangelegenheiten erstattet ein Gutachten über die Abbruch- u. Anwuchsverhältnisse (Dünenschutz) auf Amrum
1889 Beginn des Badebetriebes auf der Insel
1890 Gründung Wittdüns. Pastor von Bodelschwingh gründet in Norddorf ein christliches Hospiz als Gegenpol zum weltlichen Seebad Wittdün
1912 Selbstständigkeit der Gemeinde Wittdün
1926 Selbstständigkeit der Gemeinde Norddorf

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